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Blackout (5): Stromerzeugung


Auch im Blackout sind wir auf ein Minimum an Strom angewiesen. Wo bekommt man den her?

Primärzellen

Viele Batterien kaufen wir und entsorgen sie, wenn sie leer sind. Das sind so genannte Primärzellen. Im Privatbereich gab es noch vor 30 Jahren kaum Akkus, also wieder aufladbare Stromspeicher, was heute ganz anders ist. Trotzdem haben solche Wegwerfbatterien immer noch ihre Berechtigung:

  • Die heute üblichen Alkani-Mangan-Zellen können enorm lang gelagert werden. Kürzlich habe ich in einem Thermometer eine AAA-Zelle ausgetauscht, die 6 Jahre jenseits ihres Haltbarkeitsdatums war. Das führt zum nächsten Gesichtspunkt:
  • Manche Verbraucher haben einen so geringen Leistungsbedarf, dass ein Akku viel zu teuer wäre. Den Akku müsste man alle paar Monate wieder aufladen. Die 10 Jahre Betriebsdauer, wie oben geschildert, erreicht er trotzdem nicht.

In einem Vorrat für den Katastrophenfall dürfen Primärzellen deshalb nicht fehlen: Ein Hunderter-Karton der Bauform AA oder AAA kostet im Versandhandel 15-20 EUR. Damit kann man ein Taschenradio oder eine Stirnlampe zielich lange getreiben.

Akkus

Akkus, also wieder aufladbare Batterien, benutzt praktisch jeder von uns täglich. Ihr großes Problem im Notfall: Man muss sie regelmäßig aufladen, denn für eine Lagerhaltung sind sie ungeeignet: zu teuer, ggf. nicht austauschbar, zu geringe Kapazität. Ohne eine Möglichkeit zum Aufladen sind Akkus in Notfall ziemlich nutzlos.

Es gibt Lampen und kleine Radios mit einer Kurbel zum Laden. Die Dinger sind meiner Meinung nach aber nicht empfehlenswert:

  • Diese Kurbel-Generatoren sind erschreckend ineffizient. Die Kurbelei ist enorm anstrengend und nervig.
  • Es gibt hier Billigprodukte ohne Schutzschaltung für den Akku. Spätestens nach einem halben Jahr kann man sie wegwerfen, weil der Akku tiefentladen gelagert wurde und deshalb kaputt ging. Ich habe schon mehrere Kurbellampen entsorgt.

Genau so wenig halte ich von Powerbanks mit eingebauten Solarmodulen: Die Solarmodule sind viel zu klein, als dass da sinnvolle Energiemengen raus kämen. Außerdem sind das grundsätzlich widersprüchliche Produkte: Zum Laden muss man sie in die Sonne legen, der Akku mag aber leine Wärme.

Akkus im Blackout laden

Solarmodule provisorisch

Die traditionelle Methode zur netzfernen Stromerzeugung sind Motoraggregate. Häufig haben die einen 12-V-Ausgang, an dem man direkt Akkus laden kann oder man nutzt sein normales Ladegerät am 230-V-Ausgang. Auch USB-Ausgänge sind mittlerweile üblich. Das ist aber bestenfalls eine Zusatzfunktion, weil eine Stromaggregat typisch 2 kW liefert und über die USB-Schnittstelle nur wenige Watt entnommen werden können.

Die Dinger sind groß, teuer, laut und stinken. Das macht womöglich Mitbürger auf einen aufmerksam, die man lieber nicht in der Nähe hätte und vielleicht selber dringend ein Stromaggregat brauchen.

Zudem verlagert man das Problem vom Strombezug zum Benzinbezug. Man muss regelmäßig Ölwechsel machen und Benzin ist höchstens ein Jahr lagerfähig. Also: Benzinkanister mindestens einmal im Jahr in den Autotank entleeren und an der Tankstelle neu füllen. Folge: Im Ernstfall funktioniert das Aggregat nicht, weil man die Wartung vernachlässigt hat.

Die mittlerweile einfachste und billigste Möglichkeit ist die Solarenergie. Entsprechende Lösungen gibt es in unübersehbarer Vielfalt:

  • Es gibt faltbare Solarmodule, oft im Paket mit einem Laderegler und unterschiedlichen Ausgängen. Manchmal sind gleich Akkus mit drin. USB-Ausgänge gibt es hier fast immer.
  • Es gibt Powerboxen in allen Preislagen und Leistungsklassen. Sehr oft kann man sie mit Solarmodulen verbinden. Wer beispielsweise bereit ist, 2000 EUR auszugeben und 27 kg durch die Gegend zu wuchten, bekommt in einer Kiste 1,3 kWh Speicherkapazität, 12 V und 230 V satt und Lademöglichkeiten von 12-V-Steckdose über 700 W Solarmodul bis Netzstecker.
  • Am billigsten und flexibelsten ist es, selber ein Solarmodul mit einem Laderegler und einem kleinen 12-V-Akku zu verbinden. Solarmodule kann man billig gebraucht kaufen, was zum Einlagern für den Notfall reicht.

Das kritischte Teil der Solaranlage ist der Akku, der regelmäßig geladen werden muss.

So ab einem halben Quadratmeter Solarmodul kann man solche Lösungen ernst nehmen. Provisorisch kann man das Solarmodul an die Hauswand lehnen oder einfach an die Wand hängen. Die optimale Ernte erhält man natürlich, wenn man das Solarmodul direkt auf die Sonne ausrichtet. Ich spare mir diesen Aufwand und nutze dafür ein paar Module mehr.

Sofern man den Platz hat, sollte man das Geld eher in Solarmodule denn Akkus stecken: Auch bei bedecktem Himmel kommt immer noch Strom auss den Solarmedulen – oft 10-20% der Leistung, die man bei wolkenlosem Himmel ernten kann. Mit 20-40 W am Mittag kommt man immer noch auf vielleicht 200 Wh am Tag. Der Solarregler sorgt dafür, dass der Akku bei Sonnenschein nicht überladen wird.

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Alexander von Obert * http://www.dl4no.de/thema/blackou1.htm
Letzte Änderung: 07.06.21 (Erstfassung)


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