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Die Webseite der Woche


Wohl alle Rundspruchredakteure kennen den sehr übersichtlichen Informationsfluss von den Ortsverbänden zu den Rundspruchredaktionen. Bei mir schlägt da mein professioneler Grundsatz durch: Es gibt mir gegenüber keine Bringschulden, ich habe Holschulden. Deshalb filze ich die einschlägigen Websites der Umgebung. Zusätzlich nehme ich mir die Freiheit, eigenständig interessante Themen aufzugreifen. Mein Ziel ist auch, neue Hörer an den Rundspruch heranzuführen.

Deshalb habe ich für den Oberbayern.Rundspruch die Sparte Die Webseite der Woche erfunden. Im Oberbayern-Rundspruch 5/2020 führte ich die Serie so ein:

Mit diesem Beitrag eröffnen wir eine Serie, die bei genug Beteiligung auch zur Dauereinrichtung werden darf: die Webseite der Woche. Die Idee dahinter ist, auf einschlägige Websites hinzuweisen. Sie müssen also etwas mit Funk zu tun haben, am besten mit Amateurfunk. Noch besser ist es, wenn sich der Autor oder gar der Server im Distrikt Oberbayern befinden, wie in diesem Beitrag. Im Titel steht auch extra "Seite", nicht "Site": Wenn jemand eine neue Seite seiner Website für besonders gelungen hält, darf er die Redaktion immer wieder mal auf seine Website hinweisen. Die Meldung schreiben wir dann schon selber. Wir suchen vor allem Perlen, die man über die Suchmaschinen nur schwer findet.

Die folgenden Texte schrieb ich als eigenständige Geschichten, die jeweils einzeln im Oberbayern-Rundspruch vorgelesen wurden. Die Hörer können sie hier nachlesen und finden Links zu den besprochenen Seiten. Auch will ich den entsprechenden OMs etwas Gutes tun mit einem Link. Mir ist aber bewusst, dass diese Seite klemmt: Die einzelnen Kapitel wurden für einen völlig anderen Zuammenhang geschrieben.

Folge 8: DD0UL, der Video-Blogger

Heute stellen wir eine Seite vor, die alle unsere Kriterien erfüllt: Amateurfunk, Oberbayern, schwer zu finden – den DD0UL-QTC auf Youtube.

Micha wohnt in München und erstellt jede Woche ein Video, das zwischen 3 und 30 Minuten lang ist. Das macht er unter Live-Bedingungen und offensichtlich mit nicht mehr als einem Waschzettel als Drehbuch. Da gibt es schon mal Hänger oder etwas funktioniert nicht – genau wie bei einem Vortrag am OV-Abend. Als Redakteur des Oberbayern-Rundspruch habe ich dafür jedes Verständnis: Ich weiß, welcher Aufwand hinter einer wöchentlichen Sendung steckt.

Recherchiert man etwas hinter DD0UL hinterher, findet man einen IT-Hintergrund. Entsprechend kreisen diverse seiner Beiträge um Linux im Amateurfunk. Immer wieder beschäftigt er sich mit einem Thema intensiver und über diverse Videos hinweg – etwa dem Handfunkgerät TH-D74 oder dem PlutoSDR. Dabei versucht er, möglichst verständlich zu bleiben und die Zuseher mit einer übersichtlichen Informationsmenge zu bedienen.

An einem Aspekt sollte Micha allerdings deutlich arbeiten: Seiner Sichtbarkeit bei Suchmaschinen. Man muss schon sehr genau wissen, wonach man sucht. Sonst wird die Suche sehr mühsam. Ich kenne seinen QTC nur, weil wir uns mal persönlich über den Weg liefen. Auch wenn die Videos hier das Leitmedium sind, sollten ein paar Begleittexte mit reichlich eingestreuten Suchbegriffen her. Am einfachsten findet man Michas Videos wohl mit DD0UL-QTC.

Folge 7: DL4ZAO, der faszinierte Techniker

So mancher OM konzentriert sich auf ein bestimmtes Thema. Das macht es wahrscheinlicher, dass man ihn über Suchmaschinen findet. Wer etwa nach Yagi Selbstbau sucht, stolpert natürlich über DK7ZB. Wenn sich jemand von immer wieder anderen Themen faszinieren lässt, können ihn die Suchmaschinen nicht so gut zuordnen. Die URL landet weiter unten in den Trefferlisten – egal wie gut die Website ist.

Wem das Rufzeichen DL4ZAO irgendwie bekannt vorkommt: Günther ist in Weinheim aktiv. Er hat sich viel mit aktiven Empfangsantennen, Baluns, Vorverstärkern und einigen anderen Themen beschäftigt. Sein automatischer Antennen-Trennschalter ist sicher ein bedenkenswertes Projekt, taucht bei Google aber nur beim Suchen mit der genau passenden Schreibweise leidlich prominent auf.

Günther erstellt jeweils sehr ausführliche Texte mit sachkundige Erklärungen, Bauanleitungen und mehr. Für viele seiner übersichtlichen Projekte hat er Leiterplatten entwickelt.

Kurz: Hier kann man sich leicht eine Stunde festlesen und faszinieren lassen. Die Gefahr besteht, dass man anschließend eines der beschriebenen Projekte nachbauen will, obwohl es dafür keine kompletten Bausätze gibt. Oft kommt man aber mit einer gut gefüllten Bastelkiste ziemlich weit.

Folge 6: Amateurfunk an der Hochschule Strahlsund, DL0HST

Dieser Beitrag ist eine logische Fortsetzung von der letzten Woche: Da hat man den Schaltplan eines Filters. Die nötigen Kondensatoren findet man in der Bastelkiste, aber was ist mit den Induktivitäten? Da ist häufig genug Selbstbau angesagt – egal ob Luftspule oder Spule mit Kern. Manche werden für solche Zwecke noch den Mini-Ringkernrechner von DL5SWB kennen, aber Wilfried starb 2014. Die Quelltexte waren in der Cloud gespeichert und da kam keiner mehr ran.

Zum Glück durfte Klaus, DG0KW, Wilfrieds Rechner gründlich durchsuchen. Bekanntlich ist es schwer, unter Windows Daten wirklich von der Festplatte verschwinden zu lassen und so konnte Klaus sehr viel Quellcode wieder herstellen. Aber wichtige Teile fehlten und fünf Jahre sind in der Software-Entwicklung eine Ewigkeit. Selbst bei den Ringkernen blieb die Entwicklung nicht stehen.

Langer Rede kurzer Sinn: Bei DL0HST gibt es eine aktualisierte und erweiterte Fassung des Mini-Ringkernrechners. Und weil man an einer Hochschule die nötige Theorie im Griff hat, entstanden weitere Programme in der gleichen Tradition, z.B. zur einfachen Berechnung einiger Antennenbauformen. Besonders stolz ist Klaus auf sein Programm zum Berechnen von magnetischen Antennen, wo er viel Aufwand in die Konstruktion und Berechnung der Ankoppelschleife steckte.

Weil alle Theorie grau ist, gibt es auch passende Bauvorschläge wie den zum Multiband-Dipol DO-Antenne. Das ist ein 19 m langer Dipol, der auch für die anderen Kurzwellenbänder der Klasse E genutzt oder erweitert werden kann.

Die Website DL0HST.de ist für Selbstbauer also höchst empfehlenswert.

Folge 5: Filterberechnung mit N0AX

Heute probiere ich mal, wie eine englischsprachige Seite ankommt. Wegen der besprochenen Programme lässt sich Englisch in diesem Fall sowieso nicht vermeiden.

Im Herbst 2018 veröffentlichte Ward Silver, N0AX, in der kalifornischen Zeitschrift Nuts and Volts (Muttern und Spannung) einen Artikel mit dem Titel Filter Design Software – zu Deutsch Programme für die Filterberechnung. Dort nennt er sieben kostenlos nutzbare Programme, bei denen man gewünschte Filtereigenschaften eingeben kann und ein Schaltplan heraus kommt. Eines dieser Programme beschreibt er dann ausführlicher. Auf Wunsch bekommt man sogar Schaltpläne mit genormten Bauteilwerten. So kann man Filter mit fertig käuflichen Induktivitäten bauen.

Die Website von Nuts and Volts nennt das Rufzeichen nicht, man muss mit dem bürgerlichen Namen suchen. Es lohnt sich aber trotzdem, nach N0AX zu suchen.

Folge 4: Der Software-Blogger DG8RAD

Joachim, DG8RAD, ist selbständiger IT-Berater und gehört zu C19. Er betreibt unter anderem ein Blog mit dem Titel IT News. Am einfachsten findet man seine Aktivitäten im Internet über sein Rufzeichen.

In Joachims Blog geht es auch um Amateurfunk, neben Raspberry Pi, Smarthome, Internet of Things und anderen Themen. Bemerkenswert ist, wie ausführlich er Software-Installationen beschreibt. Wer gerade mal einen Raspberry Pi aufsetzen kann kennt das Problem, dass ihm die meisten Beschreibungen an irgendeiner Stelle in der Luft hängen lassen. Das macht Joachim etwas gründlicher. Sein Ziel ist, dem Leser innerhalb von 15 min zu einem Erfolgserlebnis zu verhelfen.

Die Frage, ob Software etwas mit Amateurfunk zu tun haben könnte, ist längst beantwortet. Wir müssen aber noch viel Arbeit leisten, um beide Welten besser zu integrieren. So gesehen geht DG8RAD in die richtige Richtung.

Folge 3: Der Heidefunker DF2OK

(02.03.2020) Michael, DF2OK, betreibt seine Website bei QSL.net. Er beschäftigt sich mit drei Themen: Amateurfunk im Allgemeinen, Morsen und einschlägige Videos. Wer CW lernen will, ist hier gut aufgehoben.

Spektakulär sind aber die Videos auf seinem Youtube-Kanal Heidefunker. Zum Namen muss man wissen, dass er in Uelzen wohnt, zwischen Lüneburger Heide und Wendland.

An die 50 Videos zu stark unterschiedlichen Themen hat er selber gedreht, z.B. über behelfsmäßiges SMD-Löten – sehr empfehlenswert! Dazu pflegt er Playlists. Beispiele: Besuch in einer chinesischen Leiterplatten-Fabrik und die Besteigung eines 540 m hohen Funkturms – bis zum Blick auf die Flugbeleuchtung auf der Spitze. Mir wurde schon vom Zusehen schwindelig!

Folge 2: Die CQ Serenade

(17.02.2020) Schon unsere Altvorderen wussten, dass Morsezeichen einen Rhythmus haben sollten. Bei Hamfesten gibt es auch immer wieder Bands, zu denen Funkamateure gehören. Dass das schon sehr lange so ist, erkennt man bei der Suche nach der CQ Serenade.

Die CQ Serenade stammt von Maurice Durieux, VE2QS, der sie mit seinem Orchester Anfang der 1950er Jahre einspielte. Mit der Sängerin Joyce Hahn erschienen eine Englische und eine Französische Coverversion – typisch für Kanada. Bei Youtube findet man die CQ Serenade auch auf Polnisch. Der Song hat schon diverse OMs fasziniert, die ihn mit Videos illustrierten.

Als Startpunkt empfehle ich eine Seite von DL5CL mit dem Titel Dies und das. Dort findet man auch The Rhythm of the Code. Von da ist nicht mehr weit bis Vadrum Speaks Morse Code.

Die Moral von der Geschicht': Man muss vor allem wissen, wonach man die Suchmaschinen befragen sollte. Das werden wir nutzen, damit wir keine Webadressen vorlesen müssen.

Folge 1: OV Dachau, C06

(10.02.2020) Anfangen wollen wir mit der Website des OV Dachau. Auf der Eröffnungsseite findet man einen Veranstaltungskalender, Kontaktdaten des OVV und anderes, was als Werbung für den OV sinnvoll ist. Diverse Unterseiten unterstützen das OV-Leben. Der neueste Eintrag beschreibt, wie DJ2FR das Sonderrufzeichen DL35SDR auf QO-100 aktivierte.

Im Menü verbirgt sich der Eintrag HAMNET-Knoten Dachau, das eigentliche Ziel dieses Berichts: Durch ein Wurmloch kommt man da hin, wo man als HAMNET-Nutzer unter DB0DAH landet. Die Installation befindet sich auf einem ehemaligen Fernmeldeturm der Bundeswehr im Schmarnzell bei Altomünster. Der Server ist ein Raspberry Pi. Der Knoten verbindet München und Augsburg.

Eine Webcam sieht Richtung München. Eine Wetterstation hält Diagramme über Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck bereit.

Der Höhepunkt sind aber die WebSDRs: Mit dem einen kann man auf 2 Meter und auf 70 Zentimeter zuhören. Wer also im Urlaub mal Oberbayern-Rundspruch hören will...

Digi-Modes werden gleich decodiert. Auf 2 Meter ist auch unter der Woche einiger Verkehr in FT8 zu sehen.

Der zweite WebSDR setzt den Schmalband-Transponder des QO-100 um. Man kann also ohne jeden Aufwand den QSOs zuhören, die über den geostationären Satelliten geführt werden. Wer selbst auf QO-100 QRV werden will, kann sich so erst mal auf seinen Sender konzentrieren.

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Alexander von Obert * http://www.dl4no.de/thema/diewebse.htm
Letzte Änderung: 01.04.20 (Folge 7)


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