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Meldungen aus dem Oberbayern-Rundspruch


Natürlich konzentriert sich ein Rundspruch auf aktuelle Themen. Trotzdem gibt es Beiträge, die längerfristig interessant sind. So weit sie aus meiner Tastatur stammen, werde ich sie hier sammeln.

 

2020

100 Jahre Rundfunk

(17.02.2020, mit Material von DF2NU) Letzten Donnerstag war Welt-Radiotag, wie jedes Jahr seit 2012, am 13. Februar. Das Besondere in diesem Jahr: Vor 100 Jahren gingendie ersten offiziellen Rundfunkprogramme über die Sender, vorzugsweise in den USA.

Die erste Übertragung in Deutschland war ein Weihnachtskonzert am 22. Dezember 1920 mit vielleicht 120 Zuhörern. Der Regelbetrieb begann in Deutschland 1923.

Radio lebt, trotz der Abschaltung vieler AM-Sender: In Katastrophenfällen ist Radio unersetzlich, wie wir weiter unten aus dem Distrikt Bayern-Ost berichten. In Entwicklungsländern ist der Rundfunk häufig das einzige Medium, das den Menschen eine Teilhabe an Information, Bildung und politischer Willensbildung ermöglicht.

Fernsehsatelliten und Internet sind für viele Hörer keine Alternative.Radio das preiswerteste Kommunikationsmedium – sowohl für die Programmacher als auch für die Hörer: Eine Sendestunde auf Kurzwelle, etwa für Radio DARC, kostet gerade einmal 70 EUR. Dafür kann man die Sendung in ganz Europa hören.

Siehe auch: Radio Berlin-Brandenburg/Radio 1/Medienmagazin vom 04.01.2020 ARD Audiothek

OV Rosenheim, C14: Sonder-DOK 85ROS

Der OV Rosenheim darf ab sofort mit seiner Clubstation DL0ROS den Sonder-DOK 85ROS vergeben. Anlass ist ein Artikel im DASD-Heft vom Mai 1935, in dem die Gründung einer DASD-Gruppe in Rosenheim beschrieben wird. Für den 16. Mai 2020 ist eine Ausstellung mit dem Thema 85 Jahre Amateurfunk in Rosenheim im Bürgerhaus geplant.

Die Gruppe hatte nur fünf Mitglieder. Man muss aber die Bedingungen in Deutschland zwischen den Kriegen im Allgemeinen und im 3. Reich im Besonderen bedenken. Sieht man die QST-Hefte aus den 1930er Jahren durch, dann tauchen dort mehr HB9-Calls als D-Calls auf.

Neues Ziel für Schulstations-Kontakte: Neumayer-Station statt ISS

(10.02.2020, aus Informationen von DF2NU) Seit kurzem hat die deutsche Antarktisstation eine Anbindung an den geostationären Amateurfunksatelliten QO-100. Darüber sind selbst spontane Kontakte möglich, wie das Goethe-Gymnasiumin Berlin-Lichterfelde am 29.Januar bewies.

Zum Science-Day am 6. Februar bauten Severin, DL9SW, und Rainer, DF2NU,vom Käthe-Kollwitz-Gymnasiumin München eine Verbindung zu DP0GVN auf, die über QO-100 lief. Die Partner in der Antarktis waren Felix, DL5XL, und die Luft-Chemikerin Julia Loftfield.

Die Gegenstation mag nicht ganz so exotisch sein wie die ISS, aber die Verbindung darf länger dauern als die maximal 20 min eines Überflugs der ISS: In drei Stunden bekamen die etwa 50 Schülerinnen und Schülerrund 40 Fragen beantwortet. Bei Youtube gibt es einen Mitschnitt der Verbindung.

Sonderrufzeichen mit Sonder-DOK in der Luft

(27.01.2020) Noch bis 30. Juni hält der OV Nürnberg-Nord, B25, das Rufzeichen DL50NFA mit dem Sonder-DOK 50NFA. Am kommenden Wochenende ist Rainer, DL8NCS, mit DL50NFA QRV. Er will auf den Kurzwellenbändern in SSB arbeiten. Im Verbreitungsbereich des Oberbayern-Rundspruchs sind vermutlich nur Verbindungen auf 80 Meter möglich.

DL50NFA erinnert an den Betriebsbeginn des ersten FM-Relais in Europa, auf dem Moritzberg östlich von Nürnberg, im Juli 1969. Das ursprüngliche Rufzeichen war DL0NFA, was nach damaliger Konvention der zweite feste Standort der Clubstation DL0NF war.

Dieses Rufzeichen gehörte dem damaligen Ortsverband Nürnberg-Fürth, B11. Heute wird der Standort vom OV Nürnberg-Nord, B25, unter DF0ANN betrieben. Genau wie beim Zugspitzrelais DB0ZU, das kurze Zeit später auf Sendung ging, gab es schon vorher Amateurfunk-Infrastruktur an den Standorten: Bakensender waren damals wichtig, um den eigenen Empfänger kalibrieren und abgleichen zu können. An Frequenzzähler und die heutigen, digitalen Frequenzaufbereitungen war noch nicht zu denken. Erst kam noch die Zeit der Quarzgräber.

Ausgelöst wurde dieser Technikwechsel durch den Umstieg des nicht-öffentlichen beweglichen Landfunks im 2-Meter-Band vom 50-kHz-Raster auf ein 20-kHz-Raster. So erschienen plötzlich bezahlbare FM-Funkgeräte auf dem Markt. Innerhalb weniger Jahre war vom vorherigen AM-Funk auf 2 Meter nichts mehr übrig.

 

2019

C06: Der OV Dachau verlegt seine OV-Abende

(16.12.2019) Der OV Dachau verlegt ab sofort seine OV-Abende auf den dritten Freitag im Monat. Der erste Freitag im Monat erwies sich als ungünstig. Viele OV-Abende mussten verlegt werden. Beispielsweise wäre dieses Jahr der Dezember-Termin an Nikolaus gewesen, was mit manchem Kalender kollidierte. Der erste Freitag im Neuen Jahr ist bereits der 3. Januar – ein extrem ungünstiger Termin.

Eine kurze Umfrage ergab, dass die OVs im Distrikt Oberbayern den Dezember-Termin ganz unterschiedlich handhaben: Einzelne OVs lassen im Dezember den OV-Abend ganz ausfallen; die Terminkalender sind vor Weihnachten sowieso schon voll. Man kann aber auch bewusst einen Familienabend gestalten, bei dem bedeutend mehr YLs erscheinen als sonst üblich.

Den letzteren Weg geht der OV Dachau. Ein Damentisch kommt bei uns fast immer zusammen. Die wirklich wichtigen Themen des OV-Abends erfahre ich deshalb immer erst auf der Heimfahrt von meiner YL. Das ist auch eine Chance, selbst vollständig Hochfrequenz-dichte YLs an unsere Gemeinschaft heran zu führen. Auch der Fahrdienst funktioniert bei uns, egal ob es um unseren, in diesem Jahr verstorbenen, Senior DF5MM geht oder um die eine oder andere Witwe eines OV-Mitglieds. Jedenfalls war bei unserer Jahresendfeier das Geschlechterverhältnis fast ausgeglichen.

Die letzten gingen erst um Mitternacht. Ein Lob an unsere Wirtin, deren OM an diesem Tag Geburtstag hatte.

Katastrophenvorsorge von unten

(09.12.2019) Ende November war mal wieder Bürgerversammlung in Oberschleißheim, nördlich von München. In jeder Gemeinde ist das ein jährlicher Routinetermin. Aber wenigstens zwei Dinge waren anders als sonst: Der 1. Bürgermeister, Christian Kuchlbauer, erklärte, die Wasserver- und Entsorgung der Gemeinde ließe sich auch bei Stromausfall sicherstellen. Und unter den diversen Broschüren der Bayrischen Regierung auf den Tischen war auch der Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Zubeiden Aktionen musste die Gemeindeverwaltung von Bürgern getragen werden. Mit Verweis auf die primäre Kompetenz der Landkreise bei Katastrophenfällen schieben die Gemeindeverwaltungen solch unangenehme Anfragen gerne weg. Gerade wir Funkamateure sollten da an unseren Gemeindeverwaltungen dran bleiben, denn bei einem Stromausfall brechen fast alle Kommunikationsmöglichkeiten der Bürger weg: Telefon und Internet fallen sofort aus, weil die Router bei den Teilnehmern keinen Strom mehr haben. Nach wenigen Stunden sind auch die Batterien der Mobiltelefon-Feststationen leer – sofern es dort überhaupt eine Notstromversorgung gibt. Was dann praktisch passiert, kann man bei Youtube sehen. Einfach mal nach Stromausfall Köpenick suchen.

Außerhalb der großen Städte kann man als Funkamateur einiges auch auf inoffiziellen Wegen tun; und wenn man am Stammtisch mal den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr anspricht und sich als Kommunikationsexperte anbietet.

Wenn der Bürgermeister so rührig ist wie der von Oberschleißheim, kann man ihm sowieso öfter die Pfote schütteln und ein paar Worte wechseln.

C06 besucht das Chamer Rundfunkmuseum

(17.11.2019) OV Dachau, C06: Am 16. November besuchten 24 Mitglieder und Gäste des OV Dachau das Chamer Rundfunkmuseum im Bayrischen Wald. Auch wer dachte, "Volksempfänger habe ich in meiner Jugend bei der Entrümpelung erbeutet und zerlegt. Alles andere habe ich in der Zwischenzeit selbst erlebt", wurde positiv überrascht: Der Bogen der Ausstellungstücke geht von Walzen-Phonographen über viele Generationen von Röhrenradios bis zu einer ATV-Station für den Breitband-Transponder des Es´haill Sat. Wir konnten uns am Bildschirm mit sechs Sekunden Verzögerung sehen.

Das Moderatorenpult, an dem Thomas Gottschalk mal seine Karriere begann, steht auch da. Es ist verblüffend, mit welch geringem technischem Aufwand er damals dafür sorgte, dass wir regelmäßig lachend unter dem Tisch lagen.

Die Macher des Chamer Rundfunkmuseums haben den Ehrgeiz, möglichst Vieles betriebsbereit vorzuhalten, was sie bei der Führung ausführlich demonstrierten. Dafür haben sie eine eigene Werkstatt.

Für die wichtigsten Entwicklungsstufen der Funktechnik gibt es Schautafeln. In einem großen Raum mit Sitzplätzen sind einschlägige physikalische Experimente aufgebaut.

Prädikat: Für alle höchst empfehlenswert, vom angehenden SWL bis zum Oldtimer. Weitere Informationen: http://chamer-rundfunkmuseum.de

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Alexander von Obert * http://www.dl4no.de/thema/meldunge.htm
Letzte Änderung: 16.03.20 (diverse Beiträge ergänzt)


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