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Weitere Literaturverweise


Weitere Quelleverweise zur Katastrophenvorsorge

[42] Sinn, Hans-Werner: Energiewende ins Nichts
In diesem Vortrag im IFO-Institut weist Prof. Sinn schon 2013 nach, dass die Energiewende auf dem angestrebten weg nicht funktionieren kann. Das liegt teilweise an dem viel zu langsamen Ausbau der gesamten Infrastruktur, aber vor allem am fast völligen Fehlen geeigneter Energiespeicher. Die Beiträge von gesicherten Stromquelen wie Wasserkraft, Biogas, Geothermie usw. sind wenig ausbaufähig und der Rest der regenerativen Stromquellen sind unzuverlässig. Der Ausweg können nur riesige Energiespeicher sein, die es mit vorhandener Technik in Deutschland nicht ausreichend geben kann. Neuartige Speicher im großtechnischen Maßstab waren 2013 nicht in Sicht und sind es bis heute nicht.
[43] Heise online, 16.02.22: Deutschland auf großen Stromausfall nicht vorbereitet, sagen Versicherer
"Nur wenige Menschen seien für einen längeren Blackout präpariert, meint der Gesamtverband der Versicherer. Das gelte auch für Behörden und Unternehmen." Nach dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft gehört "ein Blackout aktuell 'zu den größten Risiken für unser Land'".
[44] Rieck, Christian: Ukraine-Konflikt - Spieltheorie erklärt: Gibt es Krieg? (Modell mit reinen Strategien)
Prof. Rieck findet wieder mal einen recht verblüffenden Ansatz. Er sieht dabei auch die Gefahr, dass der Ukraine-Konflikt die deutsche Energiewende zum Einsturz bringt mit einer Folge, ich ich auch schon mal formuliert habe: Sehr hin, noch nicht mal die Deutschen schaffen das!
[45] Practical Engineering: What Really Happened During the 2003 Blackout?
Am 14. August 2003 gab es im Nordosten der USA einen großflächigen Stromausfall. Nach unserer Definition war es kein Blackout, weil das System innerhalb von Stunden wieder hochgefahren werden konnte. Dieses Video zeigt den Domino-Effekt, nach dem ein so komplexes System wie ein Verbundnetz zusammenbrechen kann. Trotz der vergleichsweise kurzen Dauer gab es hunderte Tote. Die Zielgruppe dieses Videos sind Fachleute. Für Laien werden deshalb einige Begriffe unverständlich sein.
[46] DW Nachrichten: Totaler Stromausfall: Realistisches Szenario oder Panikmache?
Interview mit Prof. Harald Schwarz von der BTZ Cottbus. Ein verblüffend offenes Video und fachlich über jeden Zweifel erhaben.
[47] Bollinger-Kann, J.: Blaues Auge statt Blackout
In: VDI-Nachrichten vom 11.02.2022, S. 20f.
Der Artikel im Rahmen des Themenschwerpunkts Fokus: Stabile Stromnetze geht auf die Netzaufteilung vom 8. Januar 2021 ein und diskutiert die Folgen des aktuellen Umbau unseres Stromnetzes. Die größten Probleme seien der Wegfall der Momentanreserve durch den Ersatz von rotierenden Generatoren durch elektronische Frequenzumrichter und die völlig andere Struktur der Stromerzeugung: Statt weniger 100 verlässlicher, steuerbarer Kraftwerke stammt der Strom zunehmend aus Millionen kleiner Erzeuger, deren Erzeugung von sachfremden Randbeingungen (Wind, Sonne) abhängig ist und die an die bisherigen Verteilnetze angeschlossen sind.
[48] FAZ vom 25.02.22: Kein Gas, kein Öl, keine Kohle – das muss nun getan werden
Laut Bruno Burger vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg geht es jetzt vor allem darum Erdgas einzusparen, und zwar dort, wo es als eine 'Second Source' für die Stromerzeugung genutzt wird. Und weiter: Solange Steinkohlekraftwerke nicht in Betrieb sind, erzeugen sie auch keine Emissionen und schaden damit auch nicht der Umwelt. Ein generell recht lesenswerter Artikel, in dem mir auf den ersten Blick keine Fehler auffielen.
[49] Brasseur, Georg: Schafft man in Europa die Energiewende?
Vortrag im Rahmen der Gesamtsitzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 25. Juni 2021
Eine reiche Zusammenstellung von Zahlen und Zusammenhängen. Quintessenz: So, wie sich unsere Politiker das vorstellen, kann die Energiewende nicht funktionieren. Beispielsweise ist die Elektromobilität mit Batterieautos nicht umsetzbar, weil sie u.a. das Stromnetz völlig überfordern würde.
[50] Sinn, Hans-Werner: Die Welt muss grüner werden - doch wie?
Vortrag auf dem NZZ-Podium am 09.02.2022
Von diesem Vortrag blieben bei mir vor allem zwei Punkte hängen: Statt den Markt mit Vorgaben in eine bestimmte Richtung zu lenken (CO2-Abgabe), drängt sich die Politik mit vielen Einzelvorschriften in Bereiche hinein, wo sie die Folgen nicht abschätzen kann. "Es gibt in der EU keine Geschirrspülmaschine mehr, die trockenes Geschirr liefert, weil das dafür nötige Gebläse verboten wurde." Zudem hat er jetzt ein natürliches Experiment für seine alte Behauptung, dass unsere Einsparung fossiler Energieträger wie Öl den CO2-Ausstoß nicht senkt. Als Ursache sieht er, dass die fossilen Energieträger dann, zu niedrigeren Preisen, in anderen Ländern verbrannt werden. Dazu konnte er früher nur ein Diagramm zeigen, dass die Ölförderung über die Jahre kontinuierlich steigt, völlig unabhängig vom jeweiligen Ölpreis. Dann kam Corvid, das alle Länder betrifft, und plötzlich bracht die Ölförderung ein.
[50] Katastrophenforscher: "Es lohnt sich, sinnvoll und unaufgeregt vorzusorgen"
In: Redaktionsnetzwerk Deutschland, 10.03.2022
Ein Interview mit Prof. Dr. Henning G. Goersch. Ähnlich wie ich hält er den Ausfall von Strom, Wasser und Gas für durchaus vorstellbar. Deshalb empfiehlt er Vorratshaltung, mit ausreichend Wasser und Lebensmitteln, die einen möglichst hohen Energiegehalt haben: Meiner Ansicht nach sollten vor allem lang haltbare Hochkalorienlebensmittel eingelagert werden. Das sind zum Beispiel Zucker, Honig, Schokolade sowie Nudeln, Reis und getrocknete Hülsenfrüchte. Diese Lebensmittel können bei dunkler, trockener und nicht zu warmer Lagerung quasi nicht verderben. Man sollte gelegentlich einmal nachsehen, ob sich Schädlinge eingenistet haben. Aber wenn man diese Lebensmittel in einer großen Kunststoffkiste luftdicht verpackt, ist eine Lagerung auch weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum für fünf Jahre oder länger möglich. Für die Zubereitung bedarf es bei einigen dieser Lebensmittel allerdings noch eines Campingkochers und Gaskartuschen beziehungsweise Spiritus.
[51] Álvarez, S.: Versorgungssicherheit: Wie Deutschland 2018 die Gaskrise probte – und dramatische Folgen erlebte
In: Wirtschaftswoche vom 28.03.2022
Im Rahmen einer Lükex, der Länder- und Ressortübergreifende Krisenmanagementübung ("ex" für "exercise") wurde im Januar 2018 eine Gaskrise simuliert – mit ziemlich ernüchterndem Ergebnis. Besonders die Nahrungsmittelindustrie ist stark vom Gas abhängig, sie deckt damit rund die Hälfte ihres Energiebedarfs. Auch im Gesundheitswesen, von Notaufnahmen bis Dialysestationen, kann der Betrieb ohne ausreichende Gasversorgung meist nur 2-3 Tage aufrecht erhalten werden.
[52] Mission Money: Droht ein Energie-Blackout? Ex-Eon-Chef klärt auf (19.04.2022)
Interview mit Johannes Teyssen. Ein paar Kernthesen: Man muss erst Ersatzkapazitäten aufbauen, ehe man etwas abschalten kann. Energie wird bei uns längerfristig extrem teuer sein. Wir haben keine Chance, uns ausschließlich mit inländischer Energie zu versorgen. Die Frage ist lediglich, welche Energieträger wir importieren. Auch niedrige Gestehungspreise werden uns deshalb keine billige Energie sichern: Wir müssen (Welt-) Marktpreise zahlen.
[53] MDR exactly: Ukraine, Corona, Ahrtal – müssen wir uns besser auf Katastrophen vorbereiten? (30.04.22)
Eine extrem weichgespülte Aufforderung, Katastrophenvorsorge zu betreiben. Immerhin werden hier nicht gleich alle in die rechtsextreme Ecke gestellt, die sich um Katastrophenvorsorge kümmern. Grob falsch wird es aber am Ende: Die Hilfsdienste haben viel zu wenig Personal und noch viel weniger Vorräte, mit denen sie die Bevölkerung versorgen könnten [54], [55], [3]. Nahrungsmittel gibt es im Ernstfall auch nicht einfach im Laden: Die Läden sind zu, die Kühlanlagen ausgefallen und der ganze Frischkram längst verdorben. Auch die ganzen Lieferketten funktionieren ohne Strom nicht.
[54] Outdoor Chiemgau: Hilfe vom Staat? - Warum nur für 1 %! vorgesorgt ist...
Informationen aus einem Seminar des BBK: Der Staat geht davon aus, dass jeder für mindestens 5 Tage Vorräte daheim hat. Zudem reichen irgendwelche Vorbereitungen nur für einen winzigen Teil der Bevölkerung.
[55] Outdoor Chiemgau: Hilfe vom Staat in einer Krise/Blackout? Staatsvorrat? - Infos vom BBK
Ja, es gibt seit den 1960er Jahren staatliche Notfallreserven. Nein, die reichen nicht, um die Bevölkerung für eine irgendwie sinnvolle Zeit zu versorgen. Die Verteillogistik ist ungeklärt, denn seit der Einrichtung der Notfallreserven hat sich die Umgebung völlig geändert. Beispiel: Es gibt kaum noch Mühlen vor Ort, die das eingelagerte Getreide mahlen könnten und ohne Strom schon gar nicht. Jeder muss selber seine Vorräte aufbauen.
[55] Fair Talk: Blackout: Vorbereitung gegen die Panik / Kurz nachgefragt bei A. Brömme (THW) und R. Jungnischke
Hier wird deutlich, warum ich den MDR-Film [53] als extrem weichgespült bezeichne. Albrecht Brömme war Präsident des THW und ist mittlerweile Ehrenpräsident.

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Alexander von Obert * http://www.dl4no.de/beispiel/weiterel.htm
Letzte Änderung: 04.05.22 (4 neue Links)


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