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Katastrophenhilfe mit Amateurfunk


Unsere technische Infrastruktur ist höchst verletzlich. Ganz besonders empfindlich reagiert unsere Gesellschaft auf einen Stromausfall:

  • Die Telefonnetze brechen zusammen - und wenn es nur daran liegt, dass heute nur noch wenige Festnetz-Endgeräte ohne Stromversorgung funktionieren. Die Batterieanlagen in den Ortsvermittlungen halten nur wenige Stunden durch. Viele Mobilfunk-Feststationen werden sogar völlig ohne Notstromversorgung gebaut.
  • Der Verkehr bricht zusammen, weil keine Ampeln und kein Schienenverkehr mehr funktionieren.
  • Viele Menschen geraten in Not, weil Aufzüge stecken bleiben, Lichter ausfallen usw.
  • Viele technische Systeme sind sehr kleinräumig angelegt und längst nicht jedes verfügt über eine Notstromversorgung.

Den letzten großen Stromausfall gab es am 15.11.2012 in München, mit den oben beschriebenen Folgen. Natürlich haben die Sicherheitskräfte ihre eigene Telekommunikations-Infrastruktur. Aber die ist in solchen Fällen schnell überlastet und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Und immer wieder reichen die Netze der Sicherheitskräfte nicht überall hin.

In solchen Fällen hat der Amateurfunk entscheidende Vorteile:

  • Unsere Kommunikation braucht bedeutend weniger Infrastruktur. Ein paar 100 km lassen sich leicht auf Kurzwelle überbrücken - ohne jede Infrastruktur zwischen den beteiligen Stationen.
  • Unsere Relaisstationen haben häufig eine sehr viel größere Reichweite als die der Sicherheitsdienste.
  • Unsere Infrastruktur ist völlig unabhängig von den üblichen Kommunikationssystemen. Im Notfall können wir also zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung stellen.

Nur ein Beispiel: Die Relaisstation DB0EL auf dem Olympiaturm in München hängt am Notstrom des Olympiaturms. Während des Stromausfalls am 15.11.2012 wurde sie also vom Dieselaggregat des Olympiaturms versorgt. Somit war weiter Kommunikation in einem Umkreis von rund 80 km möglich. Selbst die VoIP-Anbindung (Echolink) funktionierte weiter, weil der Internetanschluss dafür per Funk bis zum Leibnitz-Rechenzentrum der TU München geht und dort war ebenfalls ein Notstrom-Diesel in Betrieb. Über DB0EL waren also während der ganzen Zeit weltweite Sprachverbindungen möglich.

Katastrophen-Vorbereitung im deutschen Amateurfunk

Koordiniert werden diese Aktivitäten vom Deutschen Amateir Radio Club e.V. (DARC). Sowohl von hier aus, als auch dezentral, sucht der DARC den Kontakt zu den Sicherheitskräften wie technisches Hilfswerk, Feuerwehr usw. Manche einschlägigen Fachleute der Sicherheitsbehörden sind selber Funkamateure. Auf Seiten der Sicherheitsbehörden fehlt aber teilweise noch das Verständnis für die spezifischen Vorteile des Amateurfunks.

Auf der anderen Seite baut der DARC Infrastruktur innerhalb unseres Funkdienstes auf. Das beginnt beim Benennen von Ansprechpartnern für die Sicherheitsdienste, geht über Alarmierungsketten und endet noch lange nicht bei Schulung und Ausrüstung der Funkamateure.

Dabei bin ich sicher nicht der einzige Funkamateur, der sich ohne Handfunke nackt vorkommt und folglich in der Aktentasche oder im Rucksack immer ein betriebsbereites Funkgerät dabei hat. Abgesehen von der Antenne sind viele dieser Geräte kaum größer als ein Handy. Trotzdem können sie ohne Relaisstation wenigstens ein paar 100 m und mit Relaisstationen auch viele km überbrücken. Die Funkamateure haben über ganz Deutschland hinweg ein Relaisstellen-Netz mit mehreren 100 Stationen aufgebaut. Die Batterien in den Handfunkgeräten halten in aller Regel mehrere Stunden durch. Manche Funkamateure haben auch immer Ersatzbatterien dabei.

Viele Funkamateure haben auch im Auto eine Funkstation. Diese Stationen haben eine deutlich größere Reichweite als die Handfunkgeräte. So lange noch Sprit im Tank ist, können diese Stationen auch Betrieb machen. Die meisten Mobilstationen arbeiten im 2m- und im 70cm-Band, können also die Relaisstationen nutzen. Auf diese Stationen bezieht sich die Reichweitenangabe von z.B. 80 km für DB0EL.

Die Zahl der Kurzwellen-Mobilstationen ist bedeutend kleiner, weil der nötige Aufwand bislang recht hoch war. Wie ich aber in dieser Website zeige, muss dem nicht so sein. Viele Funkamateure können auf Kurzwelle zumindest Standmobil-Betrieb machen. Das soll heißen, dass sie mit ihrer Ausrüstung zu einem passenden Punkt fahren und dort sehr schnell eine Funkstation in betrieb nehmen können.

Dies ist ein erster Aufhänger für eine Notfunkseite, die ich anlässlich des Münchner Stromausfalls anlegte. Im Lauf der Zeit will ich sie noch wesentlich ausweiten.

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Alexander von Obert * http://www.dl4no.de/thema/katastro.htm
Letzte Änderung: 17.11.12 (Erstfassung)


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