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Magnetfußantennen sinnvoll einsetzen


Allgemein haben Magnetfußantennen einen schlechten Ruf: Sie funktionieren schlecht, sie halten nicht, man verkratzt sich das Autoblech und was man sonst so hört, wenn jemand seine Abneigung ausdrücken will. Meine Erfahrungen sind bedeutend positiver - sofern man bestimmte Randbedingungen beachtet.

Magnetfußantennen halten nicht

Eine Magnetfußantenne im Belastungstest

Natürlich haben Magnetfußantennen relativ enge Grenzen – ein CB-Funk-DXer wird damit wohl nicht glücklich. Es gibt aber genug Anwendungsfälle, in denen ein Magnetfuß eine einfache, problemlose, ausreichende Lösung ist. Das nebenstehende Bild entkräftet wohl das Vorurteil, dass man mit einer Magnetfußantenne auf keinen Fall auf die Autobahn darf.

Mittlerweile haben meine Magnetfußantennen eine sechstellige Kilometerleistung hinter sich. Meine typische Reisegeschwindigkeit ist 120 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist um die 140 km/h. Im Lauf der Zeit waren alle Verkehrssituationen dabei – zum Glück aber kein Unfall. Aber wenn mir einer reinkrachen sollte, ist eine umherfliegende Magnetfußantenne meine geringste Sorge. Falls mir eine Person über das Dach geschleudert würde, wäre eine Magnetfußantenne weniger gefährlich als eine fest eingebaute Antenne.

Meiner Erfahrung nach ist nicht die Antennenlänge der kritische Parameter, sondern die Länge des steifen Unterteils. Eine 1,5 m lange, gestockte VHF/UHF-Antenne flog vom Dach, weil nur die 50 cm an der Spitze flexibel sind. Eine 1,60 m lange Kurzwellenantenne hat eine bedeutend größere Fahrleistung ohne Probleme überstanden, weil das steife Unterteil mit der Verlängerungsspule nur 35 cm lang ist. Beide Antennen nutzten den gleichen Magnetfuß, einen Sirio 145PL.

Magnetfußantennen funktionieren schlecht

Antennenkonstruktion ist ein Gebiet, bei dem man genau hinsehen muss. Nach dem alten Grundsatz Strom strahlt muss man vor allem darauf achten, wo der Antennenstrom überall fließt. Oft genug gehört, so betrachtet, viel mehr zur Antenne als das Ding, das man als Antenne gekauft hat.

Genauer gesagt: Überall, wo unsymmetrische Ströme fließen, sollte man eine Antenne vermuten. Ein Magnetfuß ist da natürlich kritischer als ein fest eingebauter Antennenfuß: Er hat keinen direkten Massekontakt. Darauf kann man auf mehreren Wegen reagieren:

Eine solche Folie unter dem Magnetfuß sorgt für die Masseverbindung.
  • Im VHF/UHF-Bereich gibt es Antennen, die hochohmig gespeist werden. Damit meine ich nicht die Impedanz am Kabelanschluss, dort sollten möglichst genau 50 Ω herrschen. Sondern ich meine die Verhältnisse am unteren Ende des Strahlers. Die 1 m lange Antenne im oberen Bild gehört dazu: Das dicke Unterteil unterhalb des schwarzen Stopfens enthält ein Anpassglied. Unter 30 MHz sind wohl alle Mobilantennen niederohmig.
  • Gut konstruierte Magnetfüße haben zwischen Gummimatte und Magnet eine leitfähige Folie. Die bildet mit dem Karosseriebleich im Betrieb einen Plattenkondesator, der mehrere 100 pF Kapazität haben kann. Dieser Kondensator verkürzt die Antenne elektrisch, was man aber auf den höheren Bändern einfach durch Verlängern der Antenne kompensieren kann.
  • Wenn der Magnetfuß nicht genug Koppelkapazität bieten kann, kann man die Kondensator auch getrennt auf das Dach setzen. Der bekannte Antennenhersteller Diamond bietet dafür unter dern Bezeichnung MAT50 ein ziemlich halblebiges Produkt an, das nach meinen Messungen etwa 1 nF Koppelkapazität bietet und laut Hersteller auch für eine 40m-Antenne reicht. Elektrisch ist das richtig, aber rumfahren wollte ich damit nicht: Die Magnetmatte ist zu schwach und der Anschluss geschieht über eine Niete, die eine Schmalseite der Matte abhebt. Da kommt ggf. der Fahrtwind drunter, damit as Teil wirklich vom Dach fliegt. Gegenwärtig experimentiere ich mit einer 19x19 cm großen Magnetmatte, die Pollin unter der Bestellnummer 411 904 für 2 EUR anbietet: Doppelseitiges Klebeband und Alufolie aus der Küche machen daraus einen Koppelkondensator mit etwa 4 nF. Details folgen nach der Erprobung.

Der genannte Kondensator hat natürlich einen Blindwiderstand; bis zu 50 Ω lassen sich typisch wegstimmen. Dadurch wird der Magnetfuß hochfrequenztechnisch natürlich warm. Deshalb ist eine Mantelwellendrossel unmittelbar am Magentfuß besonders wichtig. Diese Drossel unterdrückt unsymmetrische Ströme auf dem Koaxkabel und verhindert so, dass das Kabel zum Bestandteil der Antenne wird. Die Mantelwellendrossel darf auch nicht in den Fahrgastraum verlagert werden, weil man sonst der Antenne einen zweiten Dipolzweig verpasst. Auf 10m habe ich mir so schon einmal einen riesigen Störnebel aus dem Fahrgastraum in den Empfängereingang eingekoppelt: Der Strom des neuen Dipolzweigs floss durch den Koppelkondensator. Entsprechend fiel am Kondensator eine Spannung ab, die in das Kabel mit symmetrischem Strom eingekoppelt wurde.

Ein Magnetfuß verkratzt das Autoblech

Auf Dauer ist das sicher so. Nur sollte man sich die Alternativen ansehen:

  • Ein Einbaufuß bedeutet einen noch viel drastischeren und aufwändigeren Eingriff.
  • Irgendwelche Klemmkonstruktionen haben die gleichen Probleme. Wenn sie einen Massekontakt herstellen sollen, muss man sie entweder auf ein blankes Metallteil wie eine Dachreling setzen oder man muss mit einer Schraube komplett durch den Lack durch. Zudem sind fast alle Klemmfüße scharfkantige Stanzteile aus Blech, die erhebliches Verletzungspotential haben.

Egal wie: Es gibt praktisch keine nach StVZO zugelassenen Antennenfüße, die einem Funkamateur oder CB-Funker weiterhelfen. Folglich sollte man seine Lösung so ungefährlich wie irgend möglich machen. Unter diesem Gesichtspunkt ist ein hinreichend standfester Magnetfuß wohl nicht zu schlagen.

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Alexander von Obert * http://www.dl4no.de/thema/magnetf0.htm
Letzte Änderung: 18.03.14 (Erstfassung)


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