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Wo ist der optimale Montageort für die Mobilantenne?


Intuitiv ist klar, wo eine VHF-UHF-Antenne am Auto optimal angebracht wäre: Mitten auf dem Dach. Welche Kompromisse geht man aber bei anderen Anbringungsorten ein? Ein Artikel in der Zeitschrift QST [1] gab dazu vor einiger Zeit interessante Hinweise.

Horizontale Antennendiagramme

Einfluss des Montageortes auf das Richtdiagramm

Johns nebenstehendes Bild ist eine Verallgemeinerung und eine EZNEC-Simulation. Auch ist die Darstellung erst mal verwirrend: Das Drahtmodell ist dreidimensional dargestellt, die Antennendiagramme sind zweidimensional. In den Antennendiagrammen ist rechts die Motorhaube. Die Kreise in den Richtdiagrammen stellen jeweils 5 dB dar.

Selbst mitten auf dem Dach hat das Richtdiagramm Einbrüche von bis zu einer S-Stufe - eine Aussage, die sich auch mit meinen Beobachtungen deckt. Bei der Klebeantenne auf der Heckscheibe oder auf dem Kofferraumdeckel sind es durchaus 2 S-Stufen.

Bei Geräten wie dem Icom IC-E2820 kann man das durchaus als Chance betrachten: Antennendiversity kann den Empfang deutlich verbessern. Unterschiedliche Richtdiagramme können durchaus dafür sorgen, dass die Rauscheinbrüche bei den beiden Antennen noch deutlich unterschiedlicher werden als nur durch die unterschiedlichen Standorte. Bei den heutigen Sendeleistungen von Mobilgeräten ist der Empfang ein größeres Problem, als über das Relais ein lesbares Signal zu erzeugen.

Vertikale Antennendiagramme

John untersucht auch die vertikalen Diagramme und kommt, wenig überraschend, auf einen deutlichen Bodeneffekt. Anders als er halte ich das Strahlungsmaximum bei 30° Erhöhung für durchaus beeinflussbar: Seine Untersuchung beschränkt sich allein auf λ/4-Strahler für 2m. Ich habe schon vor Jahren bemerkt, dass gestockte Antennen wie die Diamond NR-770H in der Praxis ganz offensichtlich mehr Gewinn haben, als die 2 dB Herstellerangabe vermuten lassen: Solche Antennen strahlen wohl flacher als die λ/4-Stäbchen.

Beispiel: Auf der A9 (Berlin-München) südlich von Ingolstadt fährt man zwischen den Anschlussstellen Manching und Langenbruck den Nordhang des Donautals hinauf. In diesem Bereich ist das Zugspitzrelais abgeschirmt, mit einem λ/4-Strahler höre ich da über weite Strecken die Zugspitze nicht mehr. Mit der NH-770H kann ich hier durchgehend QSO fahren, auch wenn es an einigen Stellen durchaus mühsam wird.

John untersuchte auch die Antennendiagramme von Kurzwellenantennen und kam zur wenig überraschenden Erkenntnis, dass hier der Montageort eine geringere Rolle spielt. Hier ist vor allem wichtig, wie stark die Antenne auf die Karosserie koppelt, d.h. wie sehr die Antenne kapazitiv kurzgeschlossen und wie stark die Güte der Verlängerungsspule durch die Wirbelströme im Autoblech beeinträchtigt wird. Das ist dann aber weniger für das Antennendiagramm wichtig, sondern für den Wirkungsgrad.

Eine Mobilantenne auf dem Autodach montieren

Die einfachste Methode, die Antenne auf's Dach zu bringen, ist ein Magnetfuß. Selbst bei gestockten Antennen von vielleicht 1 m Länge ist das problemlos. Das größte Problem ist, dass das auf Dauer Kratzer verursacht. Nutzer von Leasingfahrzeugen haben also ein Problem.

Auch wenn ich schon gesehen habe, dass ein OM einfach ein Loch in den Himmel geschnitten hat, um den Antennenfuß ins Dach bauen zu können: Im Normalfall baut man dafür den kompletten Himmel aus. Lässt man den Fuß in der Werkstatt einbauen, kostet das nach meiner Erfahrung etwa 200 EUR. Dann kann man auch nochmal 100 EUR für die folgende Aktion investieren:

Das Dachblech heutiger Autos ist nur mm-Bruchteile dick. Folglich kann man es schon durch Handauflegen merklich verformen. Spätestens bei einer Kurzwellenantenne bekommt man dann Bedenken, was stabiler ist - die Antenne, wenn sie irgendwo hängen bleibt, oder das Dach. Von daher schlage ich vor, bei dieser Gelegenheit das Dach verstärken zu lassen:

  • Das Autodach wird gewöhnlich durch Bügel versteift, die rechts und links an den Türrahmen befestigt sind.
  • Nach der Demonatage des Himmels sollte ein Blech zwischen zwei dieser Bügel eingeschweißt werden, das am Dachblech anliegt.
  • Durch dieses Blech wird dann dann das Loch für den Antennenfuß gebohrt.
  • Logisch, dass dann die nötigen Korrosionsschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Solch ein Blech ist selbst dann sinnvoll, wenn man eine lange Antenne auf einen Magnetfuß setzen will - vorausgesetzt, dieses Blech ist aus Eisen: Die Feldlinien des Magnetfußes reichen deutlich durch die 0,6 mm Blech der Autokarosserie hindurch. Das zusätzliche Blech erhöht also die Haltekraft.

Literatur

Portune, John (W6NBC): Your 2 Meter Mobile Antenna - What's The Best Mounting Location?
In: QST 3/12, S. 43ff
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Alexander von Obert * http://www.dl4no.de/thema/montageort_mobilantenne.htm
Letzte Änderung: 21.11.12 (Erstfassung)


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